#3 Was ich als Autor sonst noch so mache...

Nebenwirkungen


Ein Buch zu schreiben ist eine Menge Arbeit. Jeder erinnert sich bestimmt an die mehr oder weniger beliebten Aufsätze der Schulzeit. Wie schwer ist es manchen gefallen, auch nur zwei Seiten mit einer Geschichte zu füllen. Kopfschüttelnd muss ich feststellen, dass mein Sohn zu genau diesen gehört. Jedoch an die 300 Seiten zu füllen, stellt auch mich vor eine große Herausforderung, zumal man diesen 300 Seiten Dramatik, Humor (darf bei mir nicht fehlen) und wünschenswerterweise ein Happy End verpassen muss. Eine ganze Geschichte eben. Das geht aber nicht ohne:

 

Nebenwirkungen

 

Bei mir ist es meist so, dass sich eine Idee in meinem Kopf formt. Diese Idee wird langsam größer, sie wächst und bildet eine Kulisse und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr nehmen die Figuren in meiner Geschichte Gestalt an. Ja ich bewege mich richtiggehend zwischen ihnen. In diesen Momenten lebe ich direkt in meiner Geschichte. Ich höre das Meer rauschen, schmecke die salzige Luft und die warmen Sonnenstrahlen kitzeln meine Haut. Bei mir sind es meist schöne Orte in die ich da abtriffte und die ich relativ ungern wieder verlasse.

 

Wenn wir uns in unserer Welt befinden, ist es schwer sich dieser wieder zu entziehen. SchriftstellerInnen werden demnach nicht ganz ohne Grund diese wenig ansprechenden Eigenschaften wie verschroben, zurückgezogen, sogar merkwürdig angedichtet.  Eine bekannte Autorenkollegin hat mir bei einer netten Plauderrunde erzählt, dass bei einer Familienfeier alle Blicke auf sie gerichtet waren, nachdem sie völlig abwesend und apathisch dagesessen und auf keine Ansprache reagiert hat. Sie steckte mitten in einem Buch und die Feier kam ihr dabei in die Quere.

 

Damit genau das nicht passiert, hat eine andere, nicht weniger bekannte Autorin in einem Interview verraten, dass sie sich mit einer Palette Energy Drinks vor den Laptop sitzt und erst wieder zu Schreiben aufhört, wenn der 500-Seiten-Schmöker vollendet ist. Eine ungesunde Tag-und-Nacht-Kombi, die ich nur allzu gut nachvollziehen kann. Andere Kollegen nehmen sich, um nicht ständig ihren kreativen Prozess unterbrechen zu müssen, sogar "Schreiburlaub". Hach, wie schön muss das sein. Ich selbst kann es mir leider nicht leisten.

 

Auch der vielbekannte Krimiautor Sebastian Fitzek hat vor längerer Zeit einen lustigen Bildervergleich gepostet, indem er zwei Fotos nebeneinander gestellt hat, um anschaulich zu machen, dass wir ein wenig anders ticken. Auf dem linken Bild befand sich ein See "So wie du es siehst" und auf dem rechten Bild war der gleiche See, nur mit einer angedeuteten Wasserleiche darin "So wie ich es sehe". Tröstend wenn es anderen Autoren auch so geht. So konnte zum Beispiel Stephen King lange Zeit nicht ohne Nachtlicht schlafen. Der Arme. Er hat zugegeben, dass ihm, sobald er die Augen schließt, Monster erscheinen, die ihn bis in seine Träume verfolgen. Soviel dazu. Unsere Arbeit hat eben allerhand Nebenwirkungen.

 

Das Problem mit den Energy Drinks habe ich auch. Dazu gesellt sich Kaffee und eine überschaubare Menge Süßkram, um meine grauen Zellen bei Laune zu halten. So ein kleines Zuckertoping macht unheimlich kreativ. Wobei wir nun endlich dem wunderbar gestellten Bild oben auf die Sprünge kommen. Habt ihr euch eigentlich schon mal die Kalorienangabe von so einem Osterlamm angeschaut??? Alles nur für euch, liebe Leser, nur für euch und für ein am Ende (hoffentlich) richtig gutes Buch ;-)

 

Und nun? Man rolle mich bitte wieder weg vom Laptop. Bin fertig.

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Kommentare: 2
  • #1

    Christin Arndt (Samstag, 08 April 2017 15:58)

    Jetzt hast du mir ja mal richtig Lust auf so ein süßes Osterlämmchen gemacht :-)
    Und he Energy Drinks und Kaffee gehören doch schon zum Lebensinhalt hihi.

  • #2

    T. Kelebek (Samstag, 08 April 2017 20:25)

    Kennst du die gar nicht? Ich lebe derzeit davon. Schande über mich. Aber wenn ich überlege, weiterschreiben oder Laufen gehen, dann gewinnt immer das Schreiben. Und somit auch das Osterlamm. Braves, leckeres Osterlamm haha.

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