#8 Was ich als Autor sonst noch so mache...

Neues Projekt

Ich habe ein neues Projekt. Oder besser gesagt, sogar zwei! Das Eine ist eine absolute Herzensangelegenheit und muss daher wachsen, gut überlegt und durchdacht sein. Das Andere schreibe ich wegen meinem Mann. Seine Beziehung zu meinen Büchern ist leider eher feindselig. Die ganze Zeit bekomme ich zu hören, ich soll mal was "Gescheites" schreiben. Für Mann heißt das Thriller, Horror und Co. Sogar mit Erotik wäre er einverstanden, nur liegt mir das leider gar nicht.

 

Mein Projekt Nr. 2 beginnt also mit den blumigen Worten:

"Für meinen Mann. Danke, dass du alle meine Bücher bisher so scheisse gefunden hast, dass ich dieses hier schreiben musste."

Eine klare Ansage. Auch wollte ich dafür ein neues Pseudonym verwenden. Mein Gatte ist glücklich. Er hasst nicht nur meine Bücher, sondern auch, dass ich ständig ihretwegen angesprochen werde. Egal, wen wir antreffen, irgendwie kommt es immer zur Sprache. Versteh mich nicht falsch - ICH LIEBE ES !!! Sonst würde ich es nicht tun. Nur sitzt da so ein kleines Männchen auf meiner Schulter (und da meine ich jetzt nicht ihn), das mir zuflüstert: Vielleicht hat dein Mann recht und sie sind wirklich Scheisse?!

 

Deswegen schreibe ich an Projekt Nr. 1. Um mein Selbstbewusstsein zu stärken. Um dem täglichen Wind, der bei uns Zuhause weht, standhalten zu können. Für den Wind in der Arbeit und eigentlich auch für den Wind, der über die ganze Welt fegt. Du siehst: EIN MEGAPROJEKT! Deswegen gebe ich ihm auch die Zeit, die es braucht. Ist das jetzt Deutsch? Egal. Ich bin der Meinung, für wirklich wichtige Worte ist ein wenig verkehrte Grammatik nicht ausschlaggebend. So bin ich eben. Nicht perfekt und ganz und gar nicht korrekt. Und das ist auch gut so. Denn es ist menschlich und macht dich liebenswert.

 

Hast du einen Traum? Dann wirst du wissen, dass es nicht einfach ist, mit Kritik umzugehen. Du musst lernen sie als Antrieb zu sehen. Ohne Kritik wärst du zu leicht zufrieden. Aber um einen Traum leben zu können, musst du an deine Grenzen gehen und noch weiter darüber hinaus. Du musst schwitzen, leiden, das Letzte aus dir herausholen. Du wirst unglaublich viele neue Seiten an dir kennenlernen, an die du gar nicht gedacht hast. Lass Kritik dein Motor sein, um selbst ein Wind zu werden, denn dann beeindruckst du nicht mehr nur dich selbst.

 

Einen Traum muss man richtig erleben können. Mit allem, was dazugehört, sonst war er nur Pustekuchen. Und auch wenn dein Projekt vielleicht Scheisse ist, es ist DEINE Scheisse und sie macht dich glücklich. Du kannst nicht nur Fans haben. Die ganze Welt kann nicht dein Freund sein. Interessen sind verschieden, Meinungen gehen auseinander. Aber die Menschen, die das beeindruckt, was du machst, werden dich finden. Glaub an dich, selbst wenn dir jeden Tag jemand das Gegenteil sagt.

 

Das Leben ist zu wichtig, als es ständig von anderen abhängig zu machen. Ich bin überzeugt davon, dass jeder diese innere Stärke in sich trägt. Bei manchen kommt sie eben erst zum Vorschein, wenn sie geprügelt werden.

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